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Tipps zur Food Fotografie

Ich möchte ihnen folgend Tipps zur Food Fotografie weitergeben die für den Anfänger interessant sein könnten.

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten der heutigen Bildbearbeitungsprogramme bin ich der Meinung, dass ein aufwändiges erstelltes Food Foto seine Berechtigung hat. Hier einige Hinweise die für die Digitale wie für die analoge Fotowelt gelten.

Präparieren eines (Longdrink) Glases für perlige Tropfen.
Ein makelloses Glas mit Glasreiniger reinigen so das kein Film auf dem Glas ist. Jetzt kann das Glas mit klarem Acryllack (Krylon oder Scochtgard)lackiert werden. Nach dem Trocknungsvorgang das Glas nicht mehr auf der sichtbaren Fläche anfassen und im Aufbau gerade positionieren. Der Flüssigkeitsspiegel muss im Foto parallel zum mit Glasrand sein. Nachdem nun der Aufbau komplett ist und die Kamera zur Auslösung bereit, kann mit einem kleinen Zerstäuber eine Mischung aus destilliertem Wasser und Glyzerin nach und nach aufsprüht werden.

Geflügel
Ein schönes Huhn aussuchen und die fotogene Seite bestimmen. Nun muss man entscheiden,ob man das Huhn versehren will oder nur für das Foto vorbereiten möchte. Hier nun die nicht verzehrbare Version. Um einen schönen, Runden und prallen Körper zu bekommen stopfe es mit einer Menge Brot aus. Dann ziehe die Haut an der Nackenöffnung glatt bzw. schließe den Nacken mit Zahnstochern, oder mit einer schmackhaft aussehenden Füllung. Bei der Füllung kann es sich auch um eine Instant- Füllung handeln die auch mit Bratensoße brauner gefärbt werden kann. Platziere die Flügel und befestige sie mit festem Garn und Zahnstochern. Sprühe das Huhn mit einer Mischung aus Maggi und Fertigbratensoße fein ein. Dann reibe es mit Öl ein schiebe es in den Ofen. Der Bräunungsprozess dauert ca. 15–20 Minuten bei 250 Grad. Nachdem du das Huhn aus dem Ofen geholt hast, sprühe es wiederum mit der Mischung ein und schiebe es nochmals für 5–7 Minuten in den Ofen. Anschließend kann das fotogene Huhn im Aufbau stellenweise mit Öl bestrichen werden.

Dunst und Dampf
kann man auf verschiedene Weise erzeugen. Dabei gibt es auch wichtige Regeln zu beachten. Der beste Dunst für das Foto ist natürlich der echte Kochdunst.
Mit Steam-Chips kann künstlicher Dunst erzeugt werden. Doch die Handhabung ist nicht ungefährlich. Die Angaben in der Bedienungsanleitung sollten penibel beachtet werden. Die STEAM-CHIPS reagieren sehr spontan und empfindlich. Sie müssen mit größter Vorsicht gehandhabt werden. Beachtet man dies, so ist das Arbeiten damit sehr einfach.
Ein Beispiel: Ich befestige ein Stück Alufolie mit Haftpast hinter einer Tasse Kaffee lege ein STEAM-CHIP hinein, löse eine Prise feines Tafelsalz in einem halb gefüllten Teelöffel auf und träufle dies vorsichtig auf das STEAM-CHIP. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten und dauert (beim raschen Arbeiten) lang genug, um das Foto zu realisieren. Oder man steckt ein paar STEAM-CHIPS in eine gebackene Kartoffel und träufle mit einer Pipette das salzhaltige Wasser auf.
Tipp: Um Dampf und Dunst im Foto gut erscheinen zu lassen sollte der Hintergrund dunkler sein und ein Gegenlicht gesetzt werden.

Pizza

Wenn die Pizza aus dem Ofen kommt, sollte sie frisch, appetitlich aussehen und die Kruste goldgelb sein. Um die zu erreichen nach Möglichkeit frische Produkte verwenden. Alle Tomaten, Peperoni, Artischocken, u.s.w. sollten beim Kauf gesichtet werden. Die Zutaten für Hefeteig stehen in jedem Backbuch. Gute Ergebnisse erhält man mit einem Umluftherd. Wenn die Pizzen geformt sind, werden sie wie üblich belegt. Dann werden die Pizzen in den 250 Grad warmen Ofen geschoben und erst herausgenommen wenn die Kruste Goldgelb ist und die Tomate kleine Blasen wirft. Zuletzt legt man die Auflagen wie Zwiebel, Pepperonis u.s.w. auf. Sie sollen ja frisch aussehen und nicht schrumpelig. Mit einem Pinsel und Olivenöl wird partiell die Salami und die Minze optisch aufgefrischt. Achtung: Bis hier war die Pizza noch zum Verzehr geeignet. Die Tomate und Paprika mit dem Zerstäuber und der Wasser-Glycerin Lösung behandeln falls die Pizza nicht gegessen werden soll.

Künstliches Eis
muß echt aussehen und gut zu bearbeiten sein. Es schmilzt nicht, trocknet dafür bei zu warmen Einstelllicht rasch aus. Sollte nicht zu weich sein und deshalb unmittelbar nach dem Anrichten fotografiert werden.
Es gibt hierbei auch wieder einige Arbeitsvorgänge die schon am Vortag vorbereitet werden können. Das Kunsteis wird nach einem speziellen Rezept vorbereitet, luftdicht verpackt und bei 0-10 Grad im Kühlschrank gelagert.
Die Herstellung des künstlichen Eises. Mit Puderzucker und einem Stück Margarine und etwas Pflanzenöl knetet man einen großen Ballen bis er schön glatt ist und beim Eindrücken nicht rissig wird. Wurde das erreicht, kannst Du mit deinen Zutaten das Eis entsprechend deines Geschmacks einfärben.
Wichtig!
Künstliche Eiscreme trocknet in mehreren Stunden aus. Verpacke sie in luftdichten Behältern oder feuchten Plastiktüten. Nachdem es aus dem Kühlschrank kommt 6- 9 Grad, streiche den Eisformer zuvor mit etwas Pflanzenöl ein und forme die Kugeln. Hierbei wirst du etwas probieren müssen um festzustellen das die Masse vielleicht doch etwas wärmer sein muss um geschmeidiger zu sein.
 Gebe die Kugel aus dem Eiskugelformer direkt in deine Hand um sie zu platzieren wie du es möchtest.

Apfelkuchen

Den Teig kannst du (Rezept aus einem guten Backbuch) schon ein Tag vorher anrühren. Die Kruste wird besser wenn Du eine Alu -Form benutzt. Dann wäre da der Schnitt in den Kuchen, der möglichst glatt sein muss Ausgefressen oder angerissen sieht es unappetitlich aus. Du schneidest die krustige Haut mit einer Rasierklinge oder Skalpell vorsichtig von oben nach unten auf. Mit dem Boden das gleiche wobei die Kruste nicht beschädigt werden darf. Der Zeitpunkt 1 Stunde nach dem Backen. Nachdem das Stück mit einem Kuchenheber entfernt, neben dem Aufbau liegt, nimmst du die Apfelstücke mit einer Pinzette heraus und fügst sie zu den anderen Stücken in dem Apfelkuchen. (Evtl. muss die dünne Kruste mit Zahnstochern etwas abgestützt werden). So wird dann der Eindruck erweckt das der Kuchen bis unter die Kruste gefüllt ist. Nachdem der Kuchen fertig ist, werden die Äpfel noch einmal überprüft und mit Glanz versehen. Poliere sie mit einem weichen Tuch und bestreiche sie stellenweise mit einem Pinsel und etwas Butter. Dieser Apfelkuchen kann im Gegensatz zu den anderen Tipps auch verzehrt werden.
Auch hier den Bildaufbau bis in das Detail planen und evtl. vorher schon ein paar Fotos machen um zu sehen wie es aussehen könnte. Erst zum Schluss den Kuchen in dem Motiv platzieren.